Es gibt für mich „tanzende Helden“ in meinen Gestaltungen, die trotz Ihrer Höhe windfest sind, filigran über den Beeten schweben und absolute Leckerbissen für unsere Insektenwelt sind.
Ein echter Vagabund ist das den meisten bekannte argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis). Die violetten Schirme schweben an langen Stengeln über den Beeten. Die kurzlebige Staude gehört zur Ordnung der Lippenblütler, verträgt viel Trockenheit und trotzt jedem Sturm. Sie taucht immer wieder an unterschiedlichen Stellen im Garten auf, wird aber nie lästig.
Wildbienen lieben Lippenblütler
Einen etwas feuchteren sonnigen Standort wünscht sich das Lanzen-Eisenkraut (Verbena hastata). Es ist die nordamerikanische Variante der Eisenkraut-Wildstaude – wunderschön und ebenso wertvoll für die Bienen- und Schmettlinge in unseren Gärten.
Das Malvengewächs, das wir oft an den nordfriesischen Reetdachhäusern finden – die Stockrose (Alcea rosea) bietet nährstoffreichen Pollen. Wichtig: Sorten pflanzen bzw. säen, die ungefüllte Blüten besitzen! Sonst kommt kein Insekt ran…
Jeder kennt den ausäh-freudigen heimischen Fingerhut (Digitalis purpurea). Er liebt es eher schattig/halbschattig und versorgt mit seinen dicken Pollen v.a. Insekten mit Saugrüssel wie z. B. die Hummeln. Sein hoher Nektar- und Pollengehalt (N3/P2) und attraktiver hoher Blütenstand macht ihn zu einem wertvollen Vagabunden in Nordfrieslands Gärten. Achtung nur – er ist hochgiftig!
Eine für mich unverzichtbare Staude mit hohem Gestaltungswert und langer Blütezeit ist der nicht wuchernde (!) Kerzen-Knöterich ‚Speciosa‘ (Bistorta amplexicaulis). Er ist pflegeleicht, toll für die Vase und als Lippenblütler ein Wildbienen-Magnet. Die verwandte heimische Art – der Wiesen-Knöterich – ist übrigens gefährdet und extrem wertvoll. Dieser bildet allerdings Rhizome und ist daher sehr ausbreitungsfreudig. Mit dem unerwünschten japanischen Knöterich haben die beiden übrigens nichts zu tun.
Wusstet Ihr, dass der Japanische Knöterich zwar eine schöne Pflanze ist, aber leider auch eine hoch-invasive Art, die andere verdrängt und sich unkontrolliert über ganze Landstriche wie z.B. den Harz oder Gebiete in Sankt Peter Ording ausbreitet.
Nicht heimisch, aber dennoch mein Highlight als vertikale Schönheit, die ungezwungen in den Beeten vagabundiert – die Prachtscharte (Liatris spicata). Die nordamerikanische Staude hat knollige Wurzeln und liebt einen etwas nährstoffreicheren Standort in der Sonne. Sie blüht ab Juli und zieht Unmengen an Wildbienen und Schmetterlingen an.
30% unserer Wildbienen sind Spezialisten. Sie ernähren sich also ausschließlich von einer bestimmten Pflanzenart. Die Honigbiene hingegen ist ein Allesfresser!
Eine weitere schwebende und lang blühende Insekten-Staude ist die mazedonische Witwenblume (Knautia mazedonica). Als großer Nektarlieferant für Wildbienen und Schmetterlinge) ist sie ein wahres Insekten-Highlight. Sie sieht auch toll in Wiesensträußen aus, versamt allerdings stark. Die heimische Acker-Witwenblume ist ebenfalls absolut Trockenheits-unempfindlich und besitzt einen hohen Nektargehalt. Also wer einen großen Garten hat…







