Wann pflanze ich Hecken, v.a. die immergrünen in unseren sturmgeprägten Gärten? Herbstzeit ist ja bekanntlich die beste Jahreszeit, um Gehölze zu pflanzen. Der Boden ist noch warm, und die kommende Jahreszeit sorgt für ausreichend Feuchtigkeit, um die Neuankömmlinge zu versorgen.
Oft besteht der Wunsch meiner Kunden nach immergrünen – möglichst schon großen Gehölzen, wie Kiefern, Ilex, Eibe, etc. In besonders windexponierten Lagen ist die Pflanzung in der Sturm- und Orkanzeit allerdings ein gewagtes Spiel. Die Wurzeln der Gehölze sollen möglichst ungestört – also ohne ständige Bewegung – anwachsen, und die immergrünen Blätter/Nadeln verlangen nach viel Feuchtigkeit, um diese Phase zu unterstützen. Mein Ratschlag ist daher, immergrüne größere Gehölze entweder fachmännisch zu stützen (z. B. durch Pfählung) oder die Pflanzung sogar erst im Frühjahr vorzunehmen, um die Pflanzen vor den starken Bewegungen zu schützen.
Sind die Gehölze erst einmal eingewachsen, dann kommen viele Heckenarten mit dem hiesigen Klima sehr gut zurecht. Einige möchte ich mit den folgenden Bildern vorstellen, sowohl immergrüne als auch laubabwerfende.
Da ist zunächst die Rotbuche (Fagus sylvatica), die mit den Jahren ein unerschütterliches blickdichtes Gehölzgerüst bildet. Besonders begeistert mich ihr schönes rotbraunes Winterlaub, das trotz aller Stürme bis in den April Blickschutz bietet. Erst mit den neuen Blättern verliert sie ihr Winterkleid.
Hingegen ist die heimische Blühhecke des Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) laubabwerfend, sehr wüchsig, robust und zudem insektenfreundlich. Ihr Blütenmeer erfüllt die Luft im Mai/Juni mit einem unglaublichen Duft. Wenn Ihr Platz im Garten habt, dann sieht sie sowohl als Einzelstrauch als auch als Hecke wunderschön aus.
In unserem Norden zu Hause ist die heimische Eibe (Taxus baccata) – DAS Formgehölz und absolut windfest. Ihr findet sie langweilig? Das ist sie keinesfalls! Sie bietet als Hecke einen dunklen ruhigen Hintergrund und bringt die Pflanzung davor so richtig zur Geltung. Ihre Schnittfestigkeit prädestiniert sie allerdings auch als Formgehölz – hier können die Künstler unter Euch ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Mein Favorit in unserer windstarken und durch den Klimawandel zunehmend wärmeren Region ist die starkwüchsige und trockenheitsliebende immergrüne Ölweide (Eleagnus ebbingei). Ihr silbergraues Blatt erinnert an Olivenbäume. Orkanstärken können sowohl ihrem Wuchs als auch den Blättern nichts anhaben. Als Flachwurzler solltet ihr in den ersten Jahren allerdings ein Auge auf froststarke Perioden haben. Überflutung UND Frost verträgt sie zu Beginn ggf. nicht so gut. Ist sie erst einmal eingewachsen, bildet sie in wenigen Jahren eine meterhohe Wand. Durch ihre Schnittfestigkeit eignet sie sich auch als Bepflanzung für Trockenmauern oder in breiten Kübeln. Im Herbst fängt sie mit einem unglaublichen Duft an zu blühen, und die roten Früchte bieten den Vögeln im Frühjahr vitaminreiche Nahrung (übrigens auch uns Menschen, je nachdem wer schneller ist…).
In Kombination mit der immergrünen Ölweide sieht der immergrüne portugiesische Kirschlorbeer (Prunus lusitanica ‚Angustifolia‘) wunderschön aus. Auch dieser Trockenkünstler eignet sich hervorragend als Hecken- oder Formgehölz. Starke Winterorkane führen manchmal zu braunen Blättern, die aber schnell wieder durch nachwachsende ersetzt werden. Nach der Wachstumskur im Frühjahr sehen die Gehölze wieder wie neu aus.
Ebenfalls heimisch, völlig unkompliziert und anspruchslos, fast immergrün (bei Orkanstärken wird sie etwas lichter) und sowohl als Hecke als auch in Form einsetzbar ist der Liguster. Ich verwende gern den Ligustrum ovafolium, da das Grün etwas frischer wirkt. Außerdem ist die immergrüne Wand etwas windstabiler. Wer nicht sofort im Frühjahr zur Heckenschere greift, wird mit einer stark duftenden und Insekten-freundlichen weißen Blüte belohnt.












