Gräser sind in der Gartengestaltung nicht mehr wegzudenken, und doch zögern einige Gartenbesitzer im windstarken Norden… Zu Unrecht, denn gerade unter den Gräsern gibt es wahre Wind-Akrobaten! Einige meiner Lieblingsgräser stelle ich in dieser Reihe gern vor. Zwei Gräser, die eine fast ganzjährig schöne Struktur ergeben und auch Halbschatten vertragen, sind das sehr aufrechte hohe (ca. 140 cm) Reitgras ‚Karl Förster‘ (Calamagrostis acutiflora) und das mittelhohe (ca. 50 cm) Japan-Waldgras (Hakonechloa macra). Sie sind direkt nach dem Rückschnitt im Februar/März schnell wieder sichtbar und wiegen sich – je nach Windstärke – mal mehr, mal weniger im Wind. Beide benötigen eine nährstoffreiche Erde und sind nicht wirklich Trockenheitskünstler. Dafür belohnen sie mit einer saftigen Blattfarbe. Das Waldgras gibt es auch in einer schönen gelbgrünen Farbe, die Licht in dunkle Gartenecken bringt. Es kann sehr breit werden, also nicht zu dicht pflanzen. Je windiger der Standort ausfällt, umso geringer ist hingegen das Höhenwachstum. In sehr stürmischen Gebieten kann das bis zu 20/30 Prozent ausmachen. Das gilt im Übrigen für sämtliche Pflanzen in diesen Gebieten. Die Ähren des Reitgrases besitzen eine wunderschöne Sandfarbe, die des Japan-Waldgrases sind eher filigran und unauffällig. Beide Gräser verwandeln sich im Spätsommer in eine schöne hellbraune Farbe, die den Winterstürmen trotzen und erst im Frühjahr bodentief zurückgeschnitten werden.
Ein echter Hingucker und windfestes Solitäreres, das eine sonnige Einzelstellung liebt, ist das Riesen Federgras (Stipa Gigantea). Es bildet schon im Frühsommer einen ansehnlichen Horst und und blassgelbe traumhafte Rispen, die wie Perlen an einer Schnur im Wind tanzen. Wenn es ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen hat, verheddern sich die Rispen auch bei Sturmstärken nicht und geben den ganzen Sommer lang mit seinen fast zwei Metern Höhe ein imposantes Bild ab.
Ähnlich hohe tanzende Gräser sind die sogenannten Pfeifengräser (Molinia arundinacea), die zwar später im Sommer Rispen bilden, dann aber eine wunderschöne transparentes Kulisse im Wind bilden. Der Höhepunkt dieser Gräser beginnt im Spätsommer, wenn sie ihre Gelbfärbung erhalten. Vor dunklen Hintergründen oder in Verbindung mit warmen Herbstfarben stockt mir immer wieder der Atem. Es gibt verschiedene hohe Sorten, z.B. ‚Windspiel‘, ‚Transparent‘ oder ‚Karl Förster‘. Nach der Gelbfärbung heisst es dann aber „Abschied nehmen“ – sie fallen dann nach und nach um. Umso größer die Freude auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr!
Wer es etwas natürlicher und „wiesenhafter“ mag, für den sind die folgenden Gräser vielleicht interessant. Als erstes verwende ich gern das Zarte Federgras (Stipa tenuissima oder Nassella tenuissima). Es benötigt keinerlei Schnitt (nur bei Bedarf Auskämmen), liebt nährstoffarme Böden und gibt dem Garten auch im Winter eine spannende Struktur. In Kombination mit dunklen Stauden (Bild: Flachblatt-Mannstreu/Eryngium Planum) kommt es toll zur Geltung. Und über Nachwuchs muss man/frau sich auch keine Sorgen machen – es versamt reichlich…
Etwas „geordneter natürlich“ sind die Federborstengräser (hier Pennisetum alopecuroides ‚Hameln‘ und das höhere und früher blühende rötliche Pennisetum orientale ‚Karley Rose‘). Beide lieben die Sonne, benötigen aber etwas nährstoffreichere Erde als das Federgras. Ich verwende die Rispen sehr gern in der Floristin zusammen mit Stauden oder Rosen.











Eine Antwort zu „STORMY HEROES – GRÄSER SIND DIE WAHREN HELDEN”.
[…] STORMY HEROES – GRÄSER SIND DIE WAHREN HELDEN gritkaysa September 16, 2024 Gestaltungs-Tipps Farben, Herbstfarben […]