PFLANZKOMBINATIONEN – SPÄTSOMMER AM MEER

Immer wieder werde ich nach funktionierenden Pflanzkombinationen für wind- und salzexponierte Gärten gefragt. Also stelle ich Euch ab heute regelmäßig ein paar meiner erprobten Lieblings-Kombis vor, immer passend zur aktuellen Jahreszeit.

Eine besondere Stimmung in unseren norddeutschen Gärten wird durch das Licht geprägt. Jetzt im Spätsommer steht die Sonne schon sehr viel tiefer und präsentiert die Natur ganztägig in einem schönen Licht- und Schattenspiel. Viele Gehölze und Gräser fangen an, ihr Farbenkleid in warme Erdtöne zu wechseln, und Sonnenuntergänge verstärken diese Wirkung umso mehr.

Schon oft habe ich die hohe Fetthenne erwähnt, bei der vor allem die Sorte ‚Herbstfreude‘ (Sedum telephium ‚Herbstfreude‘) fast ganzjährig wirkt und sehr windstabil bleibt. Ab August fängt sie an, ihr frisches Grün in ein Altrosa und danach in ein sattes warmes Rot zu verändern. Der kleine Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis ‚Tanna‘) begleitet die Staude mit seiner filigranen fedrigen Struktur und seinen purpurroten Blüten ein Stück. Beide sind unkompliziert, vertragen Sonne und Sandböden, und sehen auch später im Winter mit ihren getrockneten Blütenständen apart aus.

Zwei tolle Gräser, die den Rotton der Fetthenne noch hervorheben, sind zum einen das ebenso hohe Blutgras (Imperata Cylindrica ‚Red Baron‘), das ich gern flächig dazu plane. Es breitet sich zwar mit kurzen Ausläufern aus, lässt sich aber durch einfaches Herausziehen wunderbar kontrollieren.

Ein großartiges Solitärgras für den Hintergrund ist das maximal 1,50 m hohe Chinaschilf ‚Red Chief‘ (Miscanthus sinensis ‚Red Chief‘). Seine zunächst roten Blütenwedel werden im Verlauf der Blüte silbrig. Der Herbst färbt das Gras in warme Töne, bevor es dank seiner stabilen Struktur zusammen mit der Fetthenne den Wintergarten noch lange schmückt.

Eine eher naturalistisch wirkende Kombination stellt das Pärchen des Federgrases (Stipa tenuissima) zusammen mit der Staude Flachblatt Mannstreu (Eryngium planum) dar. Beide benötigen einen durchlässigen Boden, einen sonnigen Standort und etwas Nachsicht wegen ihrer Versamungsfreude. In Masse gepflanzt wirken sie wiesenhaft und bewegen sich federleicht im Wind. Auch im Winter ist das Gras ein Hingucker, benötigt kaum Pflege und auf keinen Fall Dünger, weil es ansonsten zu üppig und schwer wird.

Eine ähnlich wiesenhafte Kombination, die sich auch als Kübelbepflanzung eignet, besteht aus der Prachtkerze (Oenothera/Gaura lindheimeri), dem etwas kurzlebigeren aber zuverlässig versamenden Patagonischen Eisenkraut (Verbena bonariensis) sowie dem Feinen Federborstengras (Pennisetum orientale ‚Karley Rose‘). Sonne und leichte Böden sind ideal für das Trio, nach Sturm und Regen schüttelt es sich und sieht bis in den Herbst wunderschön aus.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt … – eine Kombination aus dem Perückenstrauch ‚Royal purple‘ (Cotinus coggygria) und der flammend roten Garten-Montbretie ‚Lucifer‘ (Crocosmia x crocosmiiflora). Ein ungewöhnliches Paar, das im Juli/August zusammenfindet, bevor sich die Montbretie mit ihrem ungewöhnlichen Samenstand verabschiedet und sich der Perückenstrauch im Spätsommer allmählich in sein unglaublich rotes Farbenkleid verwandelt. Mit einem schönen Pfeifengras (Molinia caerulea ssp. arundinacea ‚Windspiel‘), das sich zeitgleich in einen warmen Gelbton verwandet, ist das Spätsommer-Spektakel perfekt. Was meint Ihr? Welche Kombi gefällt Euch am besten?