
Eine der wichtigsten Gestaltungsfragen an meine Kund*Innen ist die nach den Lieblingsfarben für ihren zukünftigen Garten. Sehr häufig wird lila, rosa und weiß genannt, selten gelb, und manchmal blau. In dieser Blogreihe geht es um Farbgebungen in unseren norddeutschen Gärten, und heute möchte ich mit der Farbe des Meeres beginnen, mit Blau!
Was ist Blau?
Schauen wir uns zunächst die Farbe genauer an… Blau ist eine der drei sogenannten Primärfarben, zusammen mit Rot und Gelb. Diese drei Farben werden als grundlegend angesehen, da sie nicht durch die Mischung anderer Farben erzeugt werden können. Alle anderen Farben können durch die Kombination der primären Farben in verschiedenen Proportionen erzeugt werden.

Die Farbe Blau bei Pflanzen wird durch bestimmte Pigmente erzeugt, die als Anthocyane bekannt sind. Anthocyane sind eine Gruppe von wasserlöslichen Pigmenten, die in den Zellen der Pflanzen vorkommen und für die rote, violette, blaue und manchmal auch orange Farbtöne verantwortlich sind. Die blauen Farben entstehen, wenn bestimmte Moleküle in den Pflanzen auf einen bestimmten pH-Wert reagieren und so die Pigmente in den Zellen in einen blauen Farbton umwandeln.
Blau, die Farbe des Himmels und des Meeres, symbolisiert Weite und Tiefe, Gelassenheit und Ruhe. Durch die Verwendung von blauen Blüten können Sie im Garten ein Gefühl von Weite erzeugen, insbesondere in kleinen Gärten.
Blau ist nicht Blau, und so ist es gar nicht so einfach, verschiedene blaue Pflanzen in Beeten zu kombinieren, die zeitgleich blühen und deren Blau miteinander harmoniert. Auch ist die Auswahl an blauen Pflanzen nicht so groß wie beispielsweise bei der Farbe gelb.

Blaue Zwiebelblüher
Schauen wir uns zunächst die Zwiebelblüher an (Fotos unten bitte blättern). Parallel zu Krokussen und Schneeglöckchen sind die kleinen Netzblatt-Iris bereits ein Highlight im Februar. In verschiedenen Blautönen sind sie sehr pflegeleicht, kommen mit Sandböden gut zurecht und beweisen durch ihre geringe Höhe Windfestigkeit. Es folgen die kleinen Schneeglanz, die am schönsten in Massen unter Gehölzen wirken, verwildern und mit jedem Jahr stattlichere blaue Teppiche bilden. Ebenfalls toll für Steingärten aber auch gut für die Bepflanzung in Kübeln und Töpfen eignet sich die Armenische Traubenhyacinthe, je nach Sorte in verschiedenen Blautönen. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die grasartigen Blätter, die bereits im Herbst erscheinen und bei starkem Wind etwas schwächeln. Dafür entschädigt die Blüte zwischen März und Mai. Es folgen im Mai die verwilderungsfreudigen Hasenglöckchen mit ihren glockenförmigen, blauen Blüten, die in dichten Trauben an schlanken Stielen wachsen. Sie bevorzugen schattige bis halbschattige Standorte und gedeihen besonders gut in feuchten, gut durchlässigen Böden. Eine meiner Lieblingszwiebelblüher ist die Gewöhnliche Präriekerzen (Camassia cusickii) mit ihrem aufrechten Wuchs und blauen Blüten im Mai. Eine besonders schöne Sorte ist ‚Zwanenburg‘. Im Frühsommer startet dann der Blaue Zierlauch (Allium caeruleum), der mit seine naturhaften Art wunderbar zu Gräsern passt. Er bevorzugt sonnige Standorte und gut durchlässigen Boden, ideal für Steingärten und Rabatten.
Blaue Stauden und Wildblumen
Im Bereich Stauden und Wildblumen gibt es ein paar sehr schöne hochwachsende blaue Hingucker. Der Natternkopf (Echium vulgare) ist eine mächtige zweijährige tiefwurzelnde Wildpflanze mit auffälligen blauen Blüten, die eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten bietet. Diese insektenfreundliche Pflanze bevorzugt sonnige Standorte und durchlässigen Boden, gern reine Sandböden. Ähnlich imposant sind die blauen Sorten der Rittersporne (Delphinium elatum Hybriden). Diese Staude gehört zwar zu den anspruchsvolleren und sollte etwas Windschutz bekommen, aber wenn sie sich im Beet wohlfühlt, dann kann man sich an der Schönheit nicht sattsehen. Die Ochsenzunge (Anchusa azurea ‚Dropmore‘) ist ebenfalls eine beeindruckende Staude, die mit ihren leuchtend blauen, sternförmigen Blüten sofort ins Auge fällt. Blühend von späten Frühling bis zum Sommer, zieht sie nicht nur bewundernde Blicke an, sondern auch zahlreiche Bienen und Schmetterlinge. Diese pflegeleichte Pflanze gedeiht prächtig in sonnigen Beeten und wirkt zusammen mit Gräsern sehr naturhaft. die Blüten der Kornblume (Centaurea cyanus) sind essbar. Mit ihren leuchtend blauen, strahlenförmigen Blüten bringt die Kornblume (Centaurea cyanus) einen Hauch von Nostalgie und ländlichem Charme in den Garten. Die monatelang blühenden Blüten der einjährigen Pflanze sind essbar und werden häufig als dekorative Beigabe in Salaten, Desserts oder auf Kuchen verwendet. Die Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) zeichnet sich durch ihre einzigartige, anmutige Blütenform mit spornförmigen Blütenblättern aus, die in einer Vielzahl von Farben wie Blau, Violett, Rosa und Weiß erscheinen. Diese mehrjährige Pflanze ist nicht nur ein Blickfang im Garten. Ich verwende sie viel in Blumensträußen, in Kombination mit Gräsern.
Der Wiesen-Ehrenpreis (Veronica longifolia ‚Blauriesin‘) zeichnet sich durch seine aufrechten, langen Blütenähren aus, die in einem intensiven Blau blühen und vom Sommer bis zum Herbst für Farbe im Garten sorgen. Diese mehrjährige Pflanze ist sehr robust und pflegeleicht und ein wahrer Magnet für Bienen und Schmetterlinge. Ziergräser wie Lampenputzergras (Pennisetum) oder Blauschwingel (Festuca) ergänzen die vertikale Struktur des Ehrenpreises und sorgen für ein naturhaftes Bild. Mit ihren auffälligen, ballonförmigen Knospen, die sich in große, sternförmige Blüten verwandeln, zieht die Großblütige Ballonglocke alle Blicke auf sich. Diese Staude blüht von Sommer bis Herbst nicht nur in Rosa oder Weiß, sondern auch in einem wunderschönen Blau. Im Hamburger Planten un Blumen Park habe ich die Kombination aus Präriekerzen mit der Bartlose Wiesen-Schwertlilie (Iris sibirica) gesehen, eine tolle Kombination, die ich unbedingt teilen möchte. Beide benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und bevorzugt feuchten, gut durchlässigen Boden
Blaublühende Gehölze
Bei den Blühgehölzen sieht es mit der Farbe Blau eher spärlich aus, aber es gibt einige schöne Ausnahmen. Ein Beispiel ist der Blauregen (Wisteria), dessen hängende Blütenrispen im Frühling ganze Gartenwände in ein Meer aus blauer Pracht verwandeln können. Nicht alle Sorten sind wirklich blau. Es ist wichtig zu beachten, dass die Farbe der Blüten je nach Boden, Klima und anderen Umweltfaktoren variieren kann. Einige Sorten von Wisteria mit blauen Blüten sind: Wisteria floribunda ‚Royal Blue‘, Wisteria sinensis ‚Blue Moon‘, Wisteria floribunda ‚Blue Suede‘, Wisteria floribunda ‚Royal Blue‘. Die Blaue Säckelblume (Ceanothus x delilianus ‚Gloire de Versailles‘) ist ein hübscher und robuster Kleinstrauch, der für seine leuchtend blauen Blüten und seinen kompakten Wuchs bekannt ist. Er blüht im Frühsommer und zieht mit ihren duftenden Blüten Bienen und Schmetterlinge an. Diese Sorte eignet sich gut für sonnige Standorte und ist eine wertvolle Ergänzung für Gartenrabatten, Steingärten oder Küstenlandschaften. Alle Sylt Liebhaber kennen die Blautöne verschiedener Hortensien-Sorten, insbesondere solche mit saurem Boden. Um Hortensienblüten blau zu färben, kann Aluminiumsulfat (auch bekannt als Alaun) verwendet werden. Bei den Clematis gibt es ebenfalls einige Sorten in Blau, wie z. B. „H.F. Young“, „Jackmanii“ und „Perle d’Azur“ (im Bild leider eine unbekannte Sorte).
Warum also nicht ein wenig Blau in Euer grünes Paradies integrieren und sehen, welche Wunder es bewirken kann? Probiert es mal aus – ich bin gespannt und freue mich, von Euren Erfahrungen zu hören



















