STEIN AUF STEIN

Stein auf Stein

Ein Garten ist mehr als nur ein Außenbereich – er ist ein Rückzugsort, ein Ort zum Entspannen und Wohlfühlen. Gerade hier im Norden, wo das Wetter oft rau und unbeständig ist, braucht es robuste Materialien, die Wind, Regen und Frost standhalten. Naturstein ist dafür ideal: Er ist langlebig, pflegeleicht und wird mit der Zeit oft sogar noch schöner. In diesem Blog geht es nicht darum, alle Steinarten aufzuzählen, sondern zu zeigen, wie ihr sie in euren Gärten kreativ einsetzen kannst. Es gibt unzählige Möglichkeiten – lasst euch inspirieren!

Weniger ist mehr – die Kunst der reduzierten Gestaltung

Ein harmonischer Garten lebt von Klarheit und Ruhe. Oft ist weniger mehr: zu viele unterschiedliche Materialien und Farben können schnell unruhig wirken. Stattdessen sorgt eine reduzierte Auswahl an Materialien für ein stimmiges Gesamtbild. Naturstein fügt sich durch seine natürlichen Farbtöne und Strukturen besonders gut in jede Umgebung ein.

Auch bei der Steinauswahl gilt: Schlichtheit bringt Ruhe in den Garten. Besonders, weil Pflanzungen oft schon für viel Lebendigkeit und Farbe sorgen, ist es sinnvoll, mit wenigen, gut aufeinander abgestimmten Materialien zu arbeiten. Großformatige Natursteinplatten mit reduzierten Fugen oder die Kombination von Naturstein mit rostigem Stahl oder Kies sorgen für eine moderne, zeitlose Optik, ohne den Garten optisch zu überladen.

Natürlichkeit mit wassergebundenen Wegedecken

Wassergebundene Wegedecken oder Kiesflächen fügen sich sanft in die Umgebung ein und wirken besonders harmonisch in naturnahen Pflanzungen. Die sanft geschwungenen Wege auf den drei ersten Bildern führt durch ein Meer aus Gräsern und Blüten, begleitet von einer dezenten Randfassung aus Naturstein. Diese Kombination lässt den Belag optisch zurücktreten und betont stattdessen die üppige Bepflanzung – ideal, um Gartenräume luftig und einladend zu gestalten.

Auch eine Auffahrt kann mit einem Splitt-Belag, ebenfalls eingefasst in eine Natursteinkante, schlicht und attraktiv wirken, wie auf dem vierten Bild zu sehen. Und ist es nicht ein schönes Geräusch, wenn jemand aus der Familie nach Hause kommt und über den Kies fährt bzw. läuft?!

Gestaltungstipp:
Bei wassergebundenen Wegen auf eine sorgfältige Verdichtung und leichtes Gefälle achten, damit die Fläche dauerhaft eben bleibt und Regenwasser gut abläuft.

Spiel mit Geometrie – Kreismotive im Weg

Kreismotive im Weg

In diesem Beispiel wird mit Kreisformen innerhalb einer geradlinigen Wegeführung gespielt. Unterschiedliche Natursteine – von warmen Brauntönen bis zu kühlem Grau – sind zu großen Kreissegmenten angeordnet, die wie Wellen im Belag wirken. Dadurch entsteht ein spannender Wechsel zwischen Strenge und Verspieltheit, der den Weg zu einem echten Blickfang macht.

Gestaltungstipp:
Motive im Belag eignen sich hervorragend, um Wege in den Mittelpunkt zu setzen. Die Bepflanzung sollte dabei nicht allzu unruhig sein, um nicht von der individuellen Steingestaltung abzulenken.

Bewegung und Dynamik mit Flusskiesel

Flusskiesel

Die Kombination aus gerundeten Kieseln und kantigem Pflaster erzeugt Spannung und Lebendigkeit. Besonders eindrucksvoll wirkt das Muster aus schwarzen Flusskieseln, das in einer fast tänzerischen Bewegung verlegt ist – ein Kunstwerk im Boden. Solche Details verleihen einem Weg Charakter und erzählen Geschichten – ideal für Eingangsbereiche oder Gartenübergänge, die besonders wirken sollen.

Gestaltungstipp:
Setze Akzente mit organischen Formen – Flusskiesel lassen sich gut zu Wellen oder Spiralen arrangieren und wirken als Kontrast zu rechtwinkligen Umgebungen besonders lebendig.

Zarte Poesie – Steinplatten im Blütenteppich

Steinplatten

Hier verschmilzt der Stein regelrecht mit der Bepflanzung: Flache, graue Natursteinplatten liegen eingebettet in einem Teppich aus sattgrünem Bodendecker, durchzogen von unzähligen kleinen weißen Blüten. Diese Gestaltung lebt vom Kontrast zwischen der kühlen, ruhigen Fläche des Steins und dem weichen, lebendigen Pflanzenteppich. Die Übergänge sind bewusst fließend gehalten – kein scharfer Rand, sondern ein sanftes Ineinander von Natur und Gestaltung.

Gestaltungstipp:
Bodendecker zwischen Trittplatten wirken nicht nur charmant, sondern brechen auch die Strenge einer Wegeführung. Ideal für ruhige Gartenzonen, meditative Bereiche oder asiatisch inspirierte Gestaltungen.

Steinobjekte als ruhende Pole im Garten

Naturstein ist nicht nur als Bodenbelag wirkungsvoll – auch als gestaltendes Objekt entfaltet er große Wirkung. Tröge, Steinbänke oder Findlinge setzen markante Akzente und bringen Ruhe in lebendige Pflanzungen. Sie wirken wie Ankerpunkte, um die sich die Vegetation arrangiert. In den gezeigten Beispielen sind Granit-Objekte zu sehen, die als Sitzplatz, Pflanzgefäß oder skulpturales Element dienen können. Und windfest sind sie auf alle Fälle ;-).

Gestaltungstipp:
Steinobjekte am besten so platzieren, dass sie aus mehreren Blickwinkeln im Garten sichtbar sind. Die sollten nicht zu klein und damit wirkungsvoll sein.Steinmauern – Struktur und Charakter im Garten

Treppen aus Granit – sicherer Tritt und Beständigkeit

Granitstufen sind die perfekte Wahl, wenn Funktion und Gestaltung Hand in Hand gehen sollen. Der Naturstein ist extrem widerstandsfähig, wetterfest und behält über Jahrzehnte seine edle Anmutung. In geraden Linien verlegt wirken Granitstufen modern und klar, leicht versetzte oder unregelmäßige Anordnungen passen gut zu naturnahen Gärten. Durch ihre dezente Farbgebung lassen sie sich harmonisch mit verschiedensten Bodenbelägen (hier auf dem Foto: wassergebundene Wegedecke) und Bepflanzungen kombinieren.

Gestaltungstipp:
Treppen immer in das Gelände einbinden – seitliche Natursteinmauern, begleitende Bepflanzung oder integrierte Beleuchtung lassen Stufen zu einem gestalterischen Highlight werden, statt nur eine Höhenüberwindung zu sein.

Steinmauern – Struktur und Charakter im Garten

Trockenmauern aus Naturstein – ob aus Schiefer, Granit oder Sandstein – sind weit mehr als funktionale Begrenzungen. Sie strukturieren den Garten, schaffen Höhenunterschiede und dienen als Kulisse für Beete und Wege. Jede Gesteinsart bringt dabei ihren eigenen Charme mit: Schiefer wirkt elegant und modern, Granit robust und zeitlos, Sandstein warm und mediterran. In der Bepflanzung werden Mauern zu lebendigen Elementen – Fugen bieten Platz für Polsterpflanzen, die sich wie von selbst zwischen den Steinen ansiedeln.

Gestaltungstipp:
Mit einer Mischung aus verschiedenen Steinformaten wirkt eine Mauer lebendiger. Eine klare Linienführung betont den architektonischen Charakter, unregelmäßige Formen verstärken den natürlichen Eindruck.

Wege, die zu Bäumen führen

Ein Baum ist oft der emotionale Mittelpunkt eines Gartens – und ein Weg dorthin kann diese Wirkung bewusst inszenieren. Ob gerade und streng, geschwungen und spielerisch oder in rhythmischen Trittplatten angelegt: Die Wegeführung entscheidet, wie der Besucher den Baum erlebt. Naturstein eignet sich besonders gut, um diesen Weg zu betonen – mit ruhigen, einheitlichen Materialien wirkt er feierlich, mit kleinteiligen, abwechslungsreichen Belägen eher verspielt. Ein gezielt platzierter Weg zu einem Solitärbaum schafft nicht nur Orientierung, sondern auch Momente des Ankommens und Verweilens.

Gestaltungstipp:
Wähle die Wegbreite so, dass der Baum aus der Perspektive des Gehenden in voller Größe wirkt. Und bedenke dabei, Platz für eine für den Baum lebenswichtige Baumscheibe zu lassen!