
“A garden is a grand teacher.
It teaches patience and careful watchfulness;
it teaches industry and thrift;
above all it teaches entire trust.”
— Gertrude Jekyll
Ein Garten braucht Zeit. Und manchmal braucht es Zeit, das auszuhalten.
Viele meiner Kund*INNen, manchmal auch Partner aus der Baubranche, kommen mit dem Wunsch nach einem Garten, der sich planen lässt wie ein Haus:
ein Entwurf, ein fixer Zeitpunkt, ein fertiges Ergebnis.
Und ich verstehe das natürlich gut – schließlich funktioniert Bauen genau so.
Ein Garten aber folgt anderen Regeln.
Ein Garten ist kein Bauwerk
Ein Haus steht, sobald der letzte Stein gesetzt ist.
Ein Garten beginnt dann erst zu wachsen und sich zu entwickeln.
Wir arbeiten mit lebenden Pflanzen, mit Boden, mit Mikroorganismen, mit Wind, Salz, Sonne und Regen. Gerade bei Neubauprojekten ist der Boden oft verdichtet, nährstoffarm, beinahe leblos. Bauschuttreste finden sich leider immer wieder unter der neu aufgeschütteten Muttererde. Bevor hier etwas wachsen kann, muss sich erst wieder ein Gleichgewicht einstellen.

Die beste Planung ist deshalb keine Garantie für ein hundertprozentiges Gelingen. Sie ist eine Richtung, ein Versprechen – kein fertiges Bild.
Planung denkt in die Zukunft
Wenn ich einen Garten entwerfe, denke ich immer vom Endzustand her:
Größen, Proportionen, Licht und Schatten, Wege, Räume, Blickachsen.
Auf dem Papier – oder am Bildschirm – sieht das stimmig und klar aus.
In der Realität stehen nach der Pflanzung jedoch erst einmal kleine Gehölze, junge Stauden, feine Gräser. Und nicht selten höre ich dann:
„Das ist alles noch so klein.“
Das stimmt. Und genau das ist richtig so.


Wie ich Bilder im Kopf und für die Kunden entstehen lasse
Weil Vorstellungskraft nicht selbstverständlich ist, versuche ich, das spätere Bild so gut wie möglich sichtbar zu machen.
Manchmal arbeite ich mit Fotomontagen, die zeigen, wie sich ein Garten oder Gartenteil entwickeln kann.






Manchmal fertige ich auch klassische Zeichnungen an, die Strukturen und Räume erklären.


Und manchmal reicht ein freies Kritzeln direkt ins Foto des Ist-Zustands – Linien, Flächen, Andeutungen. Das mache ich gern direkt beim Erstgespräch, um fehlende oder verbesserungswürdige Strukturen anzudeuten.




Die Skizze zeigt nicht, wie es exakt wird, sondern wohin es gehen kann.
Klein pflanzen heißt stark wachsen
Natürlich ist es möglich, große Gehölze oder ausgewachsene Stauden zu pflanzen.
Manchmal ist das sinnvoll, manchmal gewünscht.
In unseren wind- und oft salzintensiven Regionen zeigt sich aber immer wieder:
Pflanzen, die jung gesetzt werden, haben oft die größere Überlebenschance.
Sie wachsen von Anfang an in ihre Umgebung hinein, passen sich Boden, Klima und Standort an – und entwickeln mit den Jahren genau die Kraft und Form, die sie brauchen.
Was heute zart wirkt, ist morgen standfest.


Vom ersten Jahr zum Ankommen
Die ersten Monate nach der Pflanzung sind eine Übergangszeit.
Der Garten wirkt offen, manchmal fast leer.
Im zweiten Jahr beginnt er, sich zu schließen.
Und nach einigen Jahren entsteht das, was auf keinem Plan exakt festzuhalten ist:
Tiefe. Selbstverständlichkeit. Ruhe.
Dann wirkt der Garten nicht mehr gemacht, sondern gewachsen.


Geduld gehört zur Gärtnerseele
Ein Garten ist kein Bauwerk, eine Pflanze ist kein Möbelstück. Ein Garten ist lebendig – und genau darin liegt seine Schönheit.
Er verändert sich, reagiert, überrascht.
Und manchmal entwickelt er sich ein wenig anders als gedacht. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Ganzen.
Gern gebrauche ich ein englisches Zitat, das vielen Gärtnern aus dem Herzen spricht.
“A garden is never finished – if something fails, it simply makes room for something else.”
Vom Plan zum Leben führt kein gerader Weg.
Aber er lohnt sich.